Dienstag, 3. Mai 2016

Chancen und Herausforderungen der wachsenden Stadt: Mitgliederversammlung mit Andreas Geisel

Am 19. April war Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung, zu Gast bei einer gemeinsamen Mitgliederversammlung der Abteilungen 72, 73, 75 und 78. Im Bürgersaal des Rathauses Charlottenburg erläuterte er die Herausforderungen, aber auch die Chancen der wachsenden Stadt.

Beeindruckend ist die Zahl der Zugezogenen. 220.000 Menschen sind in den vergangenen fünf Jahren nach Berlin gezogen, was natürlich nicht ohne Folgen für den Wohnungsmarkt in der Stadt bleiben kann. Nach den Worten des Senators finden sich dort derzeit keine Reserven. Entspannung auf dem Wohnungsmarkt könne letztlich nur durch Neubau erreicht werden, weshalb in den kommenden Jahren 15.000 - 20.000 Wohnungen jährlich gebaut werden müssten. Die entsprechenden Flächen seien vorhanden. Andreas Geisel plädierte hier für eine dichtere Bebauung; dies sei zum einen notwendig, um die benötigten Wohnungen zu errichten und zugleich die zahlreichen Grün- und Freiflächen zu erhalten, die die Stadt besonders lebenswert machten.

Zugleich betonte der Stadtentwicklungssenator auch die großen Chancen, die eine so massive Zuwanderung mit sich bringt. Die Neu-Berliner seien vor allem in den Arbeitsmarkt zugezogen, was die Arbeitslosigkeit von 20 auf 10 Prozent halbiert habe. Die Folge hiervon seien steigende Steuereinnahmen, aber auch wachsenden Kinderzahlen. Mit anderen Worten: Berlin boomt.

Als Ziele des Senats definierte Andreas Geisel daher den Neubau von Wohnungen, die Ausweitung der Wohnungsbauförderung sowie den Erhalt der sozialen Durchmischung in den einzelnen Stadtquartieren.

In der anschließenden Fragerunde wurden u.a. die Unterbringung von geflüchteten Menschen sowie Möglichkeiten des Neubaus thematisiert. Geisel bekannte sich zur baldigen Unterbringung von Geflüchteten außerhalb von Sammelunterkünften. Insofern seien Containerbauten notwendig. Würden dann aber anerkannte Flüchtlinge regulär eine andere Wohnung suchen, gäbe es hier keine Vorzugsbehandlung im Vergleich zu anderen Wohnungssuchenden.

Dienstag, 26. April 2016

Lietzensee-Dialog 2016 mit Michael Müller "Solidarität und Verantwortung in der wachsenden Stadt"


Am 16. April fand der Lietzensee-Dialog 2016 statt. Dieses mal war die SPD Lietzensee, die diese Diskussionsveranstaltung zum dritten mal veranstaltete, bei dem Verein ParkHaus Lietzensee e. V. zu Gast. Vor dem alten Parkwächterhaus, das gegenwärtig durch den Verein saniert wird und das zukünftig wieder als Treffpunkt für die Menschen im Kiez, für Veranstaltungen und für ein Eis an warmen Tagen zur Verfügung stehen soll, wurde über das Thema "Solidarität und Verantwortung in der Wachsenden Stadt" diskutiert. Zu Gast an diesem Tag war der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller
beim Lietzensee-Dialog 2016


Berlin wächst. Welche Auswirkungen hat das auf einen Innenstadtbezirk wie Charlottenburg-Wilmersdorf? Das war eine der ersten Fragen an den Regierenden. Er stellte klar, dass dieses Wachstum - im Jahr kommen durchschnittlich 40.000 Mensch neu in die Stadt (ohne die Aufnahme von Flüchtlingen mitzuzählen). Das ist für Berlin, das noch vor 10 oder 15 Jahren als weniger attraktiv galt, eine riesige Chance. Alle Menschen die kommen, bringen ihre Arbeit mit nach Berlin und eröffnen der Stadt somit größere Spielräume als noch vor ein paar Jahren.


Gleichzeitig bedeutet dieses Wachstum natürlich auch, dass wir an bestimmten Stellen enger zusammenrücken müssen. Das betrifft den öffentlich Raum  genauso wie die U- und S-Bahnen oder auch den Wohnraum. Denn die Menschen, die neu nach Berlin kommen, wollen genauso wohnen wie alle anderen auch. Deshalb hat der Senat das Ziel herausgegeben, mittelfristig den Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften auf 400.000 Wohnungen zu erhöhen. Denn Neubau und neuer Wohnraum ist das effektivste Mittel gegen Wohnungsknappheit, betonte der Regierende, der schon im Jahr 2012 als damaliger Stadtentwicklungssenator genau über dieses Thema beim ersten Lietzensee-Dialog referierte.


Im Dialog (v.l.n.r.): Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister,
Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin,
Ülker Radziwill, Wahlkreisabgeordnete,
Johannes Reichersdorfer, Vorsitzender SPD Lietzensee
Ülker Radziwill, Wahlkreisabgeordnete vom Lietzensee und Klausenerplatz-Kiez, freute ich über die guten Nachrichten des Regierenden. Sie selbst kämpft seit vielen Jahren engagiert für eine neue Wohnungsbau- und Mietenpolitik. Gerade in einem Innenstadtbezirk wie Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Druck auf die Mieten besonders hoch. Sie betonte, dass es das Ziel der Politik im Senat und im Abgeordnetenhaus ist, den Druck auf die Mieterinnen und Mieter zu reduzieren. Alle gesetzlichen und infrastrukturellen Instrumente, wie z. B. die Mietpreisbremse, das Zweckentfremdungsverbot oder der Neubau werden genutzt.

Lietzensee-Dialog vor dem Parkwächterhaus
Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, betonte, dass die
Zusammenarbeit zwischen den Bezirken und dem Senat hinsichtlich der Gestaltung des Wachstums für besonders wichtig erachte. Mit Michael Müller wisse er einen Verbündeten an seiner Seite, der ein solidarisches Miteinander der Verantwortlichen auf allen Ebenen einfordere.

Der Regierende betonte, dass Politikerinnen und Politiker dafür gewählt seien, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es mal anstrengend und nicht einfach sei. Aber genau so wichtig wie die Verantwortung der Hauptamtlichen, sei die Verantwortung die Berlinerinnen und Berlin selbst wahrnehmen. Ein tolles Beispiel dafür sei der ParkHaus Lietzensee e. V., der sich dem alten Parkwächterhaus im Lietzenseepark annimmt.


Bildmitte: Katja Baumeister-Frenzel,
1. Vorsitzende des ParkHaus Lietzensee e.V.
Katja Baumeister-Frenzel, 1. Vorsitzende des Vereins und Initiatorin, stellte das Projekt vor. Das Parkwächterhaus sei eine Institution für den Kiez. Noch vor wenigen Jahren konnten die Parkbesucherinnen und -besucher an schönen Tagen dort ein Eis oder ein Getränk kaufen und mit ihren Kindern auf den gegenüberliegenden Spielplatz gehen. Aber auch die Bereitstellung sanitärer Einrichtung sei ein wichtiges Anliegen der Nutzerinnen und Nutzer des Parks. Im Grunde geht es bei der denkmalgeschützten Revitalisierung des Parkwächterhauses um die Schaffung eines Anlaufpunkts für nachbarschaftliche und kulturelle Nutzung. Es soll ein Ort der Begegnung und auch der Freizeit werden.

In der Diskussion mit den anwesenden betonte Michael Müller noch mal, wie wichtig öffentliche Räume und Grünflächen wie der Lietzenseepark für die Berlinerinnen und Berliner sind. Neben den Diskussionen um Wohnungsbau und Nachverdichtung dürfe Berlin nicht vergessen was es für viele so attraktiv und lebenswert macht: Berlin ist eine grüne Stadt mit viel Wasser und Freiräumen für Erholung. Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum die Stadt so viele Menschen aus der Bundesrepublik und der ganzen Welt anzieht und warum die Menschen Plätze wie den Lietzenseepark sehr schätzten.









Politischer Spaziergang mit Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann am 16. April 2016

Am 16.April 2016 veranstaltete die SPD Lietzensee zusammen mit Ülker Radziwill, MdA einen politischen Rundgang in der Friedbergstraße und am Lietzensee. Der ortskundige Gast an diesem Tag war der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf Reinhard Naumann. Kein anderer kennt die Geschichte(n) und die denk(mal)würdigen Orte des Bezirks so gut wie er.

Mit rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern startete der Rundgang am Kiezbüro von Ülker Radziwill, die die Gäste mit einer Tasse Kaffee oder Tee ab 13:30 Uhr begrüßte.

Gisela Morel-Tiemann, Mitglied der Initiative "Stolpersteine für die Friedbergstraße", stellte die Biographien der Menschen vor, die vor ihrer Ermordung durch die Nazis im Haus in der Friedbergstraße 34 lebten. Nachbarinnen und Nachbarn wie Gustav Lewy oder Tana Stern wurde hier von ihren Familien getrennt und in die Konzentrationslager Sachsenhausen oder Auschwitz deportiert. Die Stolpersteine vor den Häusern erinnern uns an dieses schreckliche Kapitel unserer Vergangenheit.

Von der Friedbergstraße ging es weiter zu den Wasserkaskaden am Lietzensee. Hier stellte Bürgermeister Naumann die Besonderheiten der Architektur vor. Außerdem konnte er verkünden, dass die Kaskaden dank Fördermittel des Senats voraussichtlich noch im Jahr 2016 saniert werden können. Somit

Weiter ging es durch den Lietzenseepark, vorbei an allerhand interessanten Orten, hinter denen sich spannende und beeindruckende Geschichten verbergen.

Der Spaziergang endete am Parkwächterhaus, das vom Verein ParkHaus Lietzensee e. V. saniert und betrieben wird. Hier entsteht ein neuer Ort der nachbarschaftlichen Begegnung und hier fand ab 15 Uhr der Lietzensee-Dialog mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller statt.




Samstag, 19. März 2016

SPD Lietzensee lädt ein zum politischen Nachmittag: Spaziergang und Lietzenseedialog 2016


Am 16. April 2016 wird es rund um den Lietzensee  politisch.



Um 14 Uhr beginnt der politischer Spaziergang am Lietzensee mit Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf.
Politische Geschichten und denk(mal)würdige Orte finden sich rund um den Lietzensee. Kaum jemand kennt sie besser als Ihr Bürgermeister, der den Rundgang leitet.

Treffpunkt: Wahlkreisbüro von Ülker Radziwill, Friedbergstraße 36, Begrüßung mit einer Tasse Tee oder Kaffee ab 13:30 Uhr. Der Spaziergang endet vor dem Parkwächterhäuschen, wo direkt im Anschluss der Lietzenseedialog 2016 stattfindet.





Um 15 Uhr beginnt der Lietzensee-Dialog 2016 mit Michael Müller.
Der Regierende Bürgermeister spricht über „Solidarität und Verantwortung in der wachsenden Stadt“.

Treffpunkt: Direkt am Parkwächterhaus im Lietzenseepark, Wundtstraße 39, 14057.


Der Lietzensee-Dialog 2016 ist zu Gast im Parkwächterhaus, das vom gemeinnützigen Verein ParkHaus e. V. restauriert und für gemeinnützigen Zwecke ertüchtigt wird.

Weitere Infos zum Verein finden Sie unter: www.parkhaus-lietzensee.de



Donnerstag, 10. März 2016

Jan Stöß bei SPD Lietzensee

Die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im September werfen ihre Schatten voraus: Bei der Mitgliederversammlung der Abteilung Lietzensee am 8. März, bei dem der Landesvorsitzende Jan Stöß zu Gast war, stand das SPD-Wahlprogramm im Mittelpunkt. 
In seinem Impulsreferat wies Jan Stöß auf die intensive Beteiligung der Mitglieder bei der Entstehung des Programms hin. So wurden die zentralen Punkte, d.h. Wohnen und Mieten, Arbeit sowie Erziehung und Bildung aus einer Befragung der Mitglieder ermittelt, an der sich immerhin die Hälfte aller Berliner Genossinnen und Genossen beteiligt hatte. Zum Entstehungsprozess gehört ferner ein Programmdialog mit verschiedenen Akteuren, wie z.B. dem "Runden Tisch Flüchtlinge".
Im Bereich Wohnen und Mieten betonte Stöß das Ziel, den Anteil an landeseigenen Wohnungen von derzeit 300.000 auf 400.000 zu erhöhen. "Das ist unerlässlich, um den Wohnungsmarkt in der wachsenden Stadt zu stabilisieren", so Stöß. Wichtig war für Stöß in diesem Zusammenhang auch das Bekenntnis zum Neubau. Im Bereich Arbeit gelte es, die Arbeitslosigkeit zu überwinden. Habe das in Berlin vor einigen Jahren noch unrealistisch geklungen, bringe die gute wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre dieses anspruchsvolle Ziel sehr wohl in den Bereich des Möglichen. Im Bereich Bildung sieht Stöß ein Investitionsprogramm für mehr Kitas und Erzieherinnen als zentrale Aufgabe.

In der anschließenden Diskussion stand neben den Bereich Bildung, Arbeit und Flüchtlingen der Umgang mit der AfD im Vordergrund. Stöß sprach sich für einen offensiven Umgang mit der AfD aus, sei es in Talkshows oder am Infostand auf der Straße. Dies werde sicherlich eine wichtige Aufgabe im anstehenden Wahlkampf, auf die sich die SPD gründlich vorbereiten werde.

Samstag, 14. Februar 2015

Hilfe für Flüchtlinge und gelebte Willkommenskultur: www.charlottenburg-hilft.de

In Charlottenburg gibt es zur Zeit einige Flüchtlingsunterkünfte. Glücklicherweise sind ausländerfeindliche Proteste wie sie in anderen Bezirken stattgefunden haben, bislang ausgeblieben. Dennoch bedarf es immer einer aktiven BürgerInnenschaft, damit sich von Krieg und Leid traumatisierte und hilfesuchenden Menschen nicht mit Ablehnung und Hass konfrontiert sehen.
Viele Menschen in Charlottenburg-Wilmersdorf engagieren sich für eine gelebte Willkommenskultur und organisieren ganz praktische, alltägliche Hilfe.


Seit wenigen Tagen ist die Website www.charlottenburg-hilft.de online. Hier vernetzen sich die Aktiven, findet Informationsaustausch statt und wird ganz praktische Hilfe angeboten. Sie sind herzliche eingeladen, sich auch zu engagieren, Kleidung zu spenden oder mit Sprachkenntnissen auszuhelfen. Viele weitere Möglichkeiten gibt es, sich zu engagieren und www.charlottenburg-hilft.de zeigt, wo die Hilfe am meisten gebraucht wird.

Sonntag, 25. Januar 2015

Erinnerungsort im Kiez: Die Friedbergstraße

Wohl kein Ort in Deutschland symbolisiert so sehr die jüdische Kultur, die in unserem Land bis 1933 bestand, wie Charlottenburg. Geist und Macht, Bildung und Besitz gingen in der einst wohlhabendsten Gemeinde des Deutschen Reiches einen segensreichen Bund miteinander ein, maßgeblich getragen und bereichert durch die zahlreichen jüdischen Mitbürger, die sich hier nach dem preußischen Emanzipationsedikt von 1812 niederließen. Umso brutaler der Einschnitt, den der Machtantritt der Nationalsozialisten bedeutete: erst verfolgt und drangsaliert, dann offiziell entrechtet und enteignet, wurden die Juden Charlottenburgs wie ihre Schwestern und Brüder in ganz Deutschland schließlich systematisch deportiert und grausam ermordet, wenn sie nicht schon zuvor den Schikanen durch SA, SS und Polizei erlegen waren. Nicht wenige von ihnen entzogen sich, verzweifelt und alleingelassen,
dem ihnen zugedachten Schicksal durch den freiwilligen Tod.

In der Friedbergstraße, die noch im Kaiserreich nach dem liberalen jüdischen preußischen Justizminister Heinrich v. Friedberg (1813-1895) benannt wurde, erinnern seit diesem Jahr dank der privaten Initiative „Stolpersteine Friedbergstraße Berlin“ nun (vorläufig) dreiundzwanzig in den Bürgersteig eingelassene Gedenksteine an Jüdinnen und Juden, die hier lebten, bevor sie zwischen 1939 und 43 in den Tod getrieben wurden. Anlässlich des fünfundsiebzigsten Jahrestages der „Reichspogromnacht“ 1938 fand am 10. November 2013 die feierliche Einweihung des Projekts statt. Rabbiner Daniel Alter von der jüdischen Gemeinde Berlin und Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) hielten Reden, dann wurden an den Stolpersteinen Rosen niedergelegt und Teelichter angezündet. Auch in diesem Jahr brannten am Jahrestag des Pogroms an allen „Stolpersteinen“ rund um den Lietzensee wieder Lichter, die, ebenso wie der Blumenschmuck, dem Gedenken an die gedemütigten und ermordeten Mitbürger aus unserem Kiez eine würdige und liebevolle Form verliehen.

Auf ihrer Website stellt sich die Initiative ausführlich vor und erinnert an jedes der dreiundzwanzig jüdischen Opfer des Holocaust, derer hier gedacht wird, mit einem kurzen Lebenslauf mitsamt weiterführenden Quellenangaben.



Autor: Konstantin Johannes Sakkas M. A.
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