Dienstag, 26. April 2016

Lietzensee-Dialog 2016 mit Michael Müller "Solidarität und Verantwortung in der wachsenden Stadt"


Am 16. April fand der Lietzensee-Dialog 2016 statt. Dieses mal war die SPD Lietzensee, die diese Diskussionsveranstaltung zum dritten mal veranstaltete, bei dem Verein ParkHaus Lietzensee e. V. zu Gast. Vor dem alten Parkwächterhaus, das gegenwärtig durch den Verein saniert wird und das zukünftig wieder als Treffpunkt für die Menschen im Kiez, für Veranstaltungen und für ein Eis an warmen Tagen zur Verfügung stehen soll, wurde über das Thema "Solidarität und Verantwortung in der Wachsenden Stadt" diskutiert. Zu Gast an diesem Tag war der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller
beim Lietzensee-Dialog 2016


Berlin wächst. Welche Auswirkungen hat das auf einen Innenstadtbezirk wie Charlottenburg-Wilmersdorf? Das war eine der ersten Fragen an den Regierenden. Er stellte klar, dass dieses Wachstum - im Jahr kommen durchschnittlich 40.000 Mensch neu in die Stadt (ohne die Aufnahme von Flüchtlingen mitzuzählen). Das ist für Berlin, das noch vor 10 oder 15 Jahren als weniger attraktiv galt, eine riesige Chance. Alle Menschen die kommen, bringen ihre Arbeit mit nach Berlin und eröffnen der Stadt somit größere Spielräume als noch vor ein paar Jahren.


Gleichzeitig bedeutet dieses Wachstum natürlich auch, dass wir an bestimmten Stellen enger zusammenrücken müssen. Das betrifft den öffentlich Raum  genauso wie die U- und S-Bahnen oder auch den Wohnraum. Denn die Menschen, die neu nach Berlin kommen, wollen genauso wohnen wie alle anderen auch. Deshalb hat der Senat das Ziel herausgegeben, mittelfristig den Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften auf 400.000 Wohnungen zu erhöhen. Denn Neubau und neuer Wohnraum ist das effektivste Mittel gegen Wohnungsknappheit, betonte der Regierende, der schon im Jahr 2012 als damaliger Stadtentwicklungssenator genau über dieses Thema beim ersten Lietzensee-Dialog referierte.


Im Dialog (v.l.n.r.): Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister,
Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin,
Ülker Radziwill, Wahlkreisabgeordnete,
Johannes Reichersdorfer, Vorsitzender SPD Lietzensee
Ülker Radziwill, Wahlkreisabgeordnete vom Lietzensee und Klausenerplatz-Kiez, freute ich über die guten Nachrichten des Regierenden. Sie selbst kämpft seit vielen Jahren engagiert für eine neue Wohnungsbau- und Mietenpolitik. Gerade in einem Innenstadtbezirk wie Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Druck auf die Mieten besonders hoch. Sie betonte, dass es das Ziel der Politik im Senat und im Abgeordnetenhaus ist, den Druck auf die Mieterinnen und Mieter zu reduzieren. Alle gesetzlichen und infrastrukturellen Instrumente, wie z. B. die Mietpreisbremse, das Zweckentfremdungsverbot oder der Neubau werden genutzt.

Lietzensee-Dialog vor dem Parkwächterhaus
Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, betonte, dass die
Zusammenarbeit zwischen den Bezirken und dem Senat hinsichtlich der Gestaltung des Wachstums für besonders wichtig erachte. Mit Michael Müller wisse er einen Verbündeten an seiner Seite, der ein solidarisches Miteinander der Verantwortlichen auf allen Ebenen einfordere.

Der Regierende betonte, dass Politikerinnen und Politiker dafür gewählt seien, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es mal anstrengend und nicht einfach sei. Aber genau so wichtig wie die Verantwortung der Hauptamtlichen, sei die Verantwortung die Berlinerinnen und Berlin selbst wahrnehmen. Ein tolles Beispiel dafür sei der ParkHaus Lietzensee e. V., der sich dem alten Parkwächterhaus im Lietzenseepark annimmt.


Bildmitte: Katja Baumeister-Frenzel,
1. Vorsitzende des ParkHaus Lietzensee e.V.
Katja Baumeister-Frenzel, 1. Vorsitzende des Vereins und Initiatorin, stellte das Projekt vor. Das Parkwächterhaus sei eine Institution für den Kiez. Noch vor wenigen Jahren konnten die Parkbesucherinnen und -besucher an schönen Tagen dort ein Eis oder ein Getränk kaufen und mit ihren Kindern auf den gegenüberliegenden Spielplatz gehen. Aber auch die Bereitstellung sanitärer Einrichtung sei ein wichtiges Anliegen der Nutzerinnen und Nutzer des Parks. Im Grunde geht es bei der denkmalgeschützten Revitalisierung des Parkwächterhauses um die Schaffung eines Anlaufpunkts für nachbarschaftliche und kulturelle Nutzung. Es soll ein Ort der Begegnung und auch der Freizeit werden.

In der Diskussion mit den anwesenden betonte Michael Müller noch mal, wie wichtig öffentliche Räume und Grünflächen wie der Lietzenseepark für die Berlinerinnen und Berliner sind. Neben den Diskussionen um Wohnungsbau und Nachverdichtung dürfe Berlin nicht vergessen was es für viele so attraktiv und lebenswert macht: Berlin ist eine grüne Stadt mit viel Wasser und Freiräumen für Erholung. Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum die Stadt so viele Menschen aus der Bundesrepublik und der ganzen Welt anzieht und warum die Menschen Plätze wie den Lietzenseepark sehr schätzten.









Politischer Spaziergang mit Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann am 16. April 2016

Am 16.April 2016 veranstaltete die SPD Lietzensee zusammen mit Ülker Radziwill, MdA einen politischen Rundgang in der Friedbergstraße und am Lietzensee. Der ortskundige Gast an diesem Tag war der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf Reinhard Naumann. Kein anderer kennt die Geschichte(n) und die denk(mal)würdigen Orte des Bezirks so gut wie er.

Mit rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern startete der Rundgang am Kiezbüro von Ülker Radziwill, die die Gäste mit einer Tasse Kaffee oder Tee ab 13:30 Uhr begrüßte.

Gisela Morel-Tiemann, Mitglied der Initiative "Stolpersteine für die Friedbergstraße", stellte die Biographien der Menschen vor, die vor ihrer Ermordung durch die Nazis im Haus in der Friedbergstraße 34 lebten. Nachbarinnen und Nachbarn wie Gustav Lewy oder Tana Stern wurde hier von ihren Familien getrennt und in die Konzentrationslager Sachsenhausen oder Auschwitz deportiert. Die Stolpersteine vor den Häusern erinnern uns an dieses schreckliche Kapitel unserer Vergangenheit.

Von der Friedbergstraße ging es weiter zu den Wasserkaskaden am Lietzensee. Hier stellte Bürgermeister Naumann die Besonderheiten der Architektur vor. Außerdem konnte er verkünden, dass die Kaskaden dank Fördermittel des Senats voraussichtlich noch im Jahr 2016 saniert werden können. Somit

Weiter ging es durch den Lietzenseepark, vorbei an allerhand interessanten Orten, hinter denen sich spannende und beeindruckende Geschichten verbergen.

Der Spaziergang endete am Parkwächterhaus, das vom Verein ParkHaus Lietzensee e. V. saniert und betrieben wird. Hier entsteht ein neuer Ort der nachbarschaftlichen Begegnung und hier fand ab 15 Uhr der Lietzensee-Dialog mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller statt.