Donnerstag, 14. März 2013

Arbeiterwiderstand gegen den Nationalsozialismus

Am 27.2.2013 luden die SPD-Abteilungen Litzensee und City-Westend zu einer Gedenkveranstaltung „Arbeiterwiderstand gegen den Nationalsozialismus“ in das Bezirksmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf – Villa Oppenheim, ein.

Anlass war der achtzigste Jahrestag des Reichstagsbrandes. Die bis heute nicht voll aufgeklärte Brandstiftung in der Nacht vom 27. auf 28.2.1933 war der willkommene Anlass für die nationalsozialistischen Machthaber, mit bis dahin bespiellosen Terror gegen ihre politischen Gegner vorzugehen. Insbesondere gegen die organisierte Arbeiterbewegung richtete sich diese erste Welle der Gewalt des NS-Regimes.
Prof. Dr. Bernd Faulenbach

Für die Veranstaltung war es gelungen, mit Prof. Dr. Helga Grebing eine der renommiertesten ForscherInnen zur Geschichte der Arbeiterbewegung für einen Fachvortrag zu gewinnen. Grebing hatte trotz ihres Geburtstages am Tage der Veranstaltung zugesagt. Ihr zu Ehren hielt der Vorsitzende der historischen Kommission beim Parteivorstand der SPD, Prof. Dr. Bernd Faulenbach, daher eine kleine Laudatio. In dieser betonte er Grebings Forschungsverdienste, hob aber zugleich auch ihr ausgeprägtes, jahrzehntelanges politisches Engagement hervor.

Helga Grebing beschrieb die Lage der Arbeiterbewegung zu Beginn des Jahres 1933, stellte Möglichkeiten, Bedingungen und Ausprägungsformen von Widerstand aus der Arbeiterbewegung gegen den Nationalsozialismus dar. Nicht zuletzt für den sozialdemokratischen Widerstand war hierbei ein Problem, dass angesichts der ungeheuren Brutalität des NS-Terrors, Widerstand von Demokraten, die sich nicht die menschenverachtenden Methoden der Nationalsozialisten aneignen wollten, stark in die Defensive gedrängt wurde.

Helga Grebing und Käte Stegmeier im Gespräch mit Yves Clairmont
Anschließend fand ein Zeitzeugengespräch mit Käte Stegmaier statt: Die Genossin Käte Stegmaier aus der Abteilung City-Westend stammt aus einer sozialdemokratischen Familie. Sie erlebte als Mädchen und junge Frau noch selbst den Terror der Nationalsozialisten. Ihr Bruder – Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend – wurde von SA-Schlägern misshandelt. Bruder und Vater waren 1933 gezwungen, zeitweilig unterzutauchen. In den folgenden Jahren wurde die Familie immer wieder bedroht und unter Druck gesetzt.

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten blicken mit Stolz auf den Kampf unserer Genossinnen und Genossen gegen das rassistische und menschenverachtende NS-Regime zurück. Ihr Einsatz für Demokratie und Menschenrechte bleibt für uns Verpflichtung und Ansporn.